
Ruhezeiten: Bundesregierung bestätigt VDSI-Linie zu gesunder Flexibilität und verbindlichen Schutzplanken
Mit Blick auf die aktuelle Antwort der Bundesregierung zu den gesundheitlichen Auswirkungen verkürzter Ruhezeiten sieht sich der VDSI – Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit e. V. in seiner bereits formulierten Linie zur Arbeitszeitdiskussion bestätigt. Der Verband hatte bereits Anfang Februar betont, dass eine Modernisierung der Arbeitszeitgestaltung nur mit gesunder Flexibilität und verbindlichen Schutzplanken gelingen kann.
Nun hält auch die Bundesregierung ausdrücklich fest, dass verkürzte tägliche Ruhezeiten überwiegend mit relevanten Einbußen bei Schlafdauer, Schlafqualität, Erholung und Gesundheit verbunden sind. Aus Sicht des VDSI unterstreicht dies, dass jede weitere Debatte über mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit an klaren gesundheitlichen und sicherheitsbezogenen Maßstäben ausgerichtet werden muss.
„Wir haben frühzeitig darauf hingewiesen, dass Modernisierung nur mit gesunder Flexibilität und verbindlichen Schutzplanken gelingen kann. Wenn die Bundesregierung nun selbst festhält, dass verkürzte tägliche Ruhezeiten überwiegend mit relevanten Einbußen bei Schlafdauer, Schlafqualität, Erholung und Gesundheit verbunden sind, dann erhöht das die fachliche und politische Begründungslast für jede Reform, die an diesen Schutzstandards rührt“, erklärt der VDSI-Vorstandsvorsitzende Dr. Silvester Siegmann.
Für den VDSI ist damit klar: Flexibilität darf nicht mit Entgrenzung verwechselt werden. Arbeitszeitgestaltung muss menschengerecht, planbar und betrieblich kontrollierbar bleiben. Gerade Ruhezeiten, Erholungsfenster, Pausenqualität und eine verlässliche Arbeitszeiterfassung sind keine Nebenaspekte, sondern zentrale Voraussetzungen für Sicherheit, Gesundheit und nachhaltige Beschäftigungsfähigkeit.
Die aktuelle Antwort der Bundesregierung bestätigt damit in einem wesentlichen Punkt die bisherige VDSI-Position: Wer Arbeitszeit modernisieren will, muss Belastung und Erholung gleichermaßen in den Blick nehmen. Das gilt insbesondere dort, wo Arbeitsverdichtung, Schichtarbeit, hohe Konzentrationsanforderungen, physische Belastungen oder sicherheitskritische Tätigkeiten bestehen.
„Mehr Flexibilität kann sinnvoll sein. Sie braucht aber klare Leitplanken, verlässliche Erholung und eine konsequente Orientierung an arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen. Gute Arbeitszeitgestaltung stärkt nicht nur die betriebliche Praxis, sondern schützt zugleich Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Prävention“, so Siegmann weiter.
Der VDSI wird die weitere arbeitszeitpolitische Debatte daher weiterhin konstruktiv begleiten und sich dafür einsetzen, dass Wettbewerbsfähigkeit, betriebliche Umsetzbarkeit und Gesundheitsschutz nicht gegeneinander ausgespielt, sondern verantwortungsvoll zusammengeführt werden.
Hintergrund: Bereits in seiner Pressemitteilung vom 5. Februar 2026 (https://vdsi.de/presse/pressemitteilungen/modernisierung-nur-mit-gesunder-flexibilitaet-und-verbindlichen-schutzplanken/) hatte der VDSI betont, dass flexible Arbeitszeitmodelle nur dann zukunftsfähig sind, wenn Erholung, Planbarkeit, Gefährdungsbeurteilung, Arbeitszeiterfassung und arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse verbindlich berücksichtigt werden.
Quellenhinweis: Grundlage dieser Stellungnahme sind insbesondere die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu Arbeitszeit und gesundheitlichen Auswirkungen“ (BT-Drs. 21/4964) sowie die darin in Bezug genommenen arbeitswissenschaftlichen Erkenntnisse der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).
Pressekontakt Janine Bongers (Kommunikation, kommissarisch),
j.bongers@vdsi.de
Tel. +49 30 863 2478-17
Fachlicher Kontakt Dr. Silvester Siegmann (Vorstandsvorsitzender),
s.siegmann@vdsi.de
Über den VDSI – Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit e.V.:
Der VDSI, 1951 gegründet, ist der größte Fachverband in Deutschland für Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz. Mit etwa 5.600 Mitgliedern – darunter Ingenieure, Techniker, Mediziner, Psychologen, Chemiker und Umweltbeauftragte aus diversen Branchen – fördert der Verein den fachlichen Austausch, Weiterbildungen und innovative Lösungen für eine sichere Arbeitswelt. Als gemeinnütziger, politisch und wirtschaftlich unabhängiger e.V. engagiert sich der VDSI ehrenamtlich für höchste Standards im Arbeitsschutz, unterstützt durch regionale Netzwerke und bundesweite Veranstaltungen.