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Themendiskurs: Fachbereiche tauschen sich aus

Der Fachbericht „Sicher und gesund im Job“ von Herrn Junior in der VDSIaktuell (3/2019) regte zur Diskussion an.

Daraufhin organisierte unser FB Psyche kurzerhand einen onlinebasierten Themendiskurs zu dem obigen Artikel. Für eine Verständigung und Verständnis der verschiedenen Blickwinkel hielten Sie ein gemeinsames fachbereichsübergreifendes Gespräch bzw. Diskussion für hilfreich.

Herr Junior (Autor des Artikels und Mitglied im FB Demografie und Beschäftigungsfähigkeit) erläuterte gleich zu Beginn, dass es ihm um eine Ausweitung der Gefährdungsbeurteilung, nicht um eine Änderung der Ausrichtung gehe. Er dankte für den Kurzdiskurs und die Möglichkeit in den Austausch zu gehen. Erstaunt war er über die Auswirkung dieses doch kleinen Wortes und bedauerte die Wortwahl im Bericht und begrüßte den fachbereichsübergreifenden Diskurs. So wurde schnell ein Konsens hergestellt und ein recht einheitlicher Standpunkt deutlich. Das STOP-Prinzip hat weiter Priorität und dennoch macht eine prozessbezogene Betrachtung durchaus Sinn im Zuge des ganzheitlichen Ansatzes. Es könne ein erster Schritt sein, z. B. bei Fehlbelastung durch Arbeiten nach Feierabend und am Wochenende, durch eine technische Lösung wie das automatische Herunterfahren eines Servers Fehlbelastungen zu reduzieren.

Wenn die Arbeitsbelastung selbst sich dann aber nicht anders verteilt und die Mitarbeitenden nicht abschalten können, weil sie nicht wissen, wie sie das immer größer werdende Paket bewältigen können, lohnt es sich den Prozess anzuschauen. Ein Kollege merkte auch an: „Sich den Arbeitsprozess anzusehen ist eine gute Möglichkeit, besser zu verstehen, warum manche Leute belastet sind und andere wiederum nicht. Zudem bietet das eine schöne Möglichkeit, das Thema (psychische) Gefährdungsbeurteilung mit anderen betrieblichen Aspekten im Sinne von Optimierung zu verbinden.“

Alle waren sich darüber einig, dass ein personenbezogener Ansatz per se nicht zu forcieren ist. (Jugendschutz, Mutterschutz, beeinträchtiget Mitarbeitende, etc.) Statt Sondergruppen versuchen zu separieren oder nur zu integrieren, wäre der Weg der Inklusion wünschenswerter. Das heißt eine technisch-organisatorische Lösung, in Verbindung mit ggf. organisatorischen Maßnahmen und personeller Befähigung, die für alle geeignet ist, zu finden. Hier wurde gerade auch in Bezug auf den demografischen Faktor herausgestellt, dass es nicht um die Beschäftigungsfähigkeit Älterer, sondern um lebensphasengerechte (alters- und alternsgerecht) Arbeit gehe und eine ganzheitliche Betrachtung erfordere.

Insgesamt war es eine erkenntnisreiche und verbindende Stunde am 10.Juli. Daraufhin hat der FB Psyche das Angebot gemacht solche Themendiskurse öfter durch zu führen, um den Austausch zu fördern. Dieses wurde sehr begrüßt.

Ein weiterer Gedanke wurde dann noch mal aufgegriffen: Eine Veranstaltung der Querschnitts-FB wie z.B. FB Demografie und Beschäftigungsfähigkeit, FB Psyche, FB Sifa, FB Gesundheitsmanagement doch ggf. mit Verknüpfung der Kampagne kommmitmensch zu gestalten. Dieses wurde von allen Teilnehmenden als eine gute Idee für mehr Vernetzung, jedoch auch kritisch bzgl. des Organisationsaufwandes und der Umsetzung gesehen. Das Thema „Gemeinsame Veranstaltung von FB“ tragen die Teilnehmenden nun in die eigenen und weiteren Fachbereiche, um eine machbare Lösung zu diskutieren. Wir freuen uns auf Feedback und Anregungen.

Der FB Psyche sagt danke für den offenen, vertrauensvollen & kollegialen Austausch.

FB Psyche: Petra Zander, Bianca Engelmann 

Teilnehmende: FB Demografie und Beschäftigungsfähigkeit (Junior) FB Psyche (Zander, Engelmann, Krost – Linz mit schriftlichem Statement) FB SiFa (Weidlich, Engelmann)